Modi /

Kirchentöne

Im europäischen Mittelalter wurden die so genannten Kirchentöne / Modi im Sinne von Tonleitern verwendet (modus = Art und Weise). Es gab sechs Kirchentonleitern (Modi), ein siebenter Modus kam im 17. Jh. dazu.

Heutige Musik benutzt die Skalen (= Tonleitern) der sieben Modi sowie "modale Wendungen" (z. B. in der Jazz-Improvisation).

Der Ursprung der Modi geht in die griechische Antike zurück, daher tragen sie griechische Namen.

Es werden nur die Töne einer einzelnen Dur oder Moll Tonleiter benutzt. Wenn jede Tonstufe der Tonleiter zum Grundton einer eigenen Tonleiter wird, entstehen die 7 modalen Tonleitern.

 

Die 7 Modi und Stufen (röm. Zahlen) heißen:

Stufen

Ionisch

Dorisch

Phrygisch

Lydisch

Mixolydisch

Aeolisch

Lokrisch

  

  II 

  III 

  IV 

 

  VI 

  VII 

Die sieben modalen Tonleitern einer Tonart haben gleiche Töne aber jeweils andere Intervalle zum Grundton. Daraus folgt ein eigenes Klangbild, das entweder Dur oder Moll ähnlich ist.

Intervalle und Töne der Modi

Aus zwei Modi ergaben sich ab dem 16. Jh. die Tonarten Dur und Moll:

Die ionische Tonleiter (Stufe I) war jetzt "Dur" und die aeolische Tonleiter (Stufe VI) das "Moll".

Dur und Moll

 Modi / Modale Tonleitern  

(Kirchentonleitern)

 
Modi + Beispiel.jpg

Lokrisch

Aeolisch

Mixolydisch

Lydisch

Phrygisch

Dorisch

Ionisch

Die Modi von C-Dur

Alle Modi

Alle Intervalle

Dur und Natürlich Moll

Die Stufe VI von Dur besitzt die gleichen Intervalle wie die natürliche Moll Tonleiter. Die Paralleltonarten Dur und Natürlich Moll entsprechen in den Modi von Dur den Stufen I (Ionisch = Dur) und VI (Aeolisch = Natürlich Moll).

 

Die Modi von Natürlich Moll beginnen also mit der Stufe VI Dur (= I Moll). Die folgenden Stufen von Natürlich Moll sind dann die weiteren Stufen von Dur: VII Dur = II Moll, I Dur = III Moll, II Dur = IV Moll, usw.

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Die Intervalle der 7 Stufen

 Dur 

Zuordnung des Klangs

Benennung: Stufen von C-Dur

I ) C-Ionisch II) D-Dorisch III) E-Phrygisch  IV) F-Lydisch V) G-Mixolydisch VI) A-Aeolisch  VII) H-Lokrisch

Benennung: Stufen von a-Moll

I) a-Aeolisch II) h-Lokrisch III ) c-Ionisch IV) d-Dorisch V) e-Phrygisch VI) f-Lydisch VII) g-Mixolydisch

Ionisches System

Die Ionische Skala (Stufe I) ist bei Dur der Ausgangspunkt der 7 Stufen / Modi.

Zusammen bezeichnet man die 7 Skalen / Tonleitern als ein "Ionisches Systems".
Jede der 12 Dur Tonarten besitzt damit ein eigenes Ionisches System (siehe Bilder unten).

Harmonisch und Melodisch Moll

Die Modi von Harmonisch und Melodisch Moll werden in der Musikpraxis nur selten verwendet.

Die Intervalle der 7 Stufen

 Harmonisch Moll 

Zuordnung des Klangs

 
mehr wissen

> Modale Skalen

> Kirchentonarten

> Musik in der Antike

 

 Alle Modi der Tonarten

Dur und Natürlich Moll

 

 in der Reihenfolge des Quintenzirkels / ihrer Verwandschaft

Modi C-Dur

 C 

Modi G-Dur
Modi D-Dur

G

D

Modi H-Dur
Modi E-Dur
Modi A-Dur

A

E

H

Modi As-Dur

As

Modi Des-Dur

Des

Modi Fis-Dur

Fis

Modi B-Dur

B

Modi F-Dur

F

Modi Es-Dur

Es

 Alle Modi der Tonarten

Harmonisch Moll

 in der Reihenfolge des Quintenzirkels / ihrer Verwandschaft

Modi fis-Harmonisch Moll
Modi cis-Harmonisch Moll
Modi gis-Harmonisch Moll
Modi es-Harmonisch Moll
Modi b-Harmonisch Moll

b

Modi f-Harmonisch Moll

f

es

Modi h-Harmonisch Moll

h

Modi e-Harmonisch Moll

e

Modi a-Harmonisch Moll

a

gis

cis

fis

Modi c-Harmonisch Moll

c

Modi g-Harmonisch Moll

g

Modi d-Harmonisch Moll

d

Melodisch Moll

Die Modi unterscheiden sich von Dur bzw. Harmonisch Moll jeweils nur in einem Ton.

Ausnahme:

Stufe III Dur und VI Harmonisch Moll (siehe unten).

Die einzelnen Stufen von Dur und Moll im Vergleich

Intervalle Modi Dur
 Dur 
Intervalle Modi Harmonisch Moll
 Harmonisch Moll 
Intervalle Modi Moll
 Natürlich Moll 
Intervalle Modi Melodisch Moll
 Melodisch Moll 
 

  Veränderte, charakteristische Intervalle bei den Modi von Dur  

In Bezug auf Stufe I (Dur-Klang):

IV Lydisch > übermäßige Quarte
V Mixolydisch > kleine Septime

In Bezug auf Stufe VI (Moll-Klang):

II Dorisch > große Sexte
III Phrygisch > kleine Sekunde
VII Lokrisch > kleine Sekunde und verminderte Quinte