Tongeschlecht
Moll / Dur

Moll ist ebenso wie Dur ein Tongeschlecht. Dur entstammt von lateinisch "hart" und Moll von "weich". Charakteristisch ist bei Moll im unteren Tetrachord die kleine Terz (bei Dur ist es eine große Terz). 

 

Moll wird zur Unterscheidung von Dur entweder mit Kleinbuchstaben (z.B. c-Moll) oder mit Großbuchstabe und Zusatz "m" (z.B. C-Moll, Cm) gekennzeichnet. 

 

Die Herkunft der Moll Tonleiter wird im Abschnitt Modi erklärt.

Bluestonleiter

 

Blue Note

Die Übernahme des Blues in Rock und Jazz führte zu verschiedenen Bluestonleitern mit 5, 6 oder mehr Tönen.

Am häufigsten ist die "klassische" Bluestonleiter.

Von ihren 6 Tönen sind 3 Töne im Vergleich zur Dur Tonleiter um einen Halbton erniedrigt. 

 

Die erniedrigten Töne heißen "Blue Notes" und sind charakteristisch für das  Klangbild von Bluestonleitern.

Musik der Welt

Tonleitern mit 5 Tönen (griech. penta = fünf) findet man seit Jahrtausenden in der Musik Asiens, Indiens und vieler Naturvölker.

Die westliche C-Dur Pentatonik enthält 5 Stammtöne ohne Halbtonschritte. Aus ihr wird auch die Moll Pentatonik entwickelt.

Pentatonik wird wegen der einfachen Struktur und den Klangeigenschaften gerne in Pop, Rock und Jazz verwendet.

Moll

Blues

Pentatonik

 

Moll

Die Intervalle
Moll Intervalle

natürlich / rein

harmonisch

melodisch

Natürliche Moll Tonleiter

Natürliche
Moll Tonleitern

Melodische Moll Tonleiter
Harmonische Moll Tonleiter

Harmonische
Moll Tonleitern

Die gelbe Linie ist die Halboktave.

Vom 1. - 5. Ton (bis zur Quinte) sind die drei Formen der Moll Tonleiter identisch

Melodische
Moll Tonleitern

Obere

Tetrachord

Untere

Tetrachord

 Harmonisch Moll 

Die harmonische Moll Tonleiter entstand zur Zeit der Barockmusik.

 

Ihr 7. Ton wurde gegenüber der natürlichen Moll Tonleiter erhöht und führt mit einem Halbtonschritt hin zur Oktave. In der Tonleiter wird er so zu einem "Leitton".

 

Dadurch verändert sich auch das Intervall zum 6. Ton (übermäßige Sekunde), was ein neues Klangbild ergibt.

 Melodisch Moll 

Eine weitere Veränderung erfolgte im 18. Jahrhundert entsprechend des damaligen Musikempfindens. Die übermäßige Sekunde im oberen Tetrachord wurde durch die Erhöhung des 6. Tons für den Gesang "melodisch" angepasst. 

 

Die melodische Moll Tonleiter gleicht dadurch bis auf die kleine Terz im unteren Tetrachord völlig der Dur Tonleiter.

 
Paralleltonart
Die Dur und natürlichen Moll Tonleitern in der Reihenfolge des Quintenzirkels

Natürlich Moll / Paralleltonart 

Wie die C-Dur Tonleiter besteht die natürliche / reine Moll Tonleiter mit dem Grundton 'a' aus allen Stammtönen. Gegeneinander versetzt laufen beide Tonleitern "parallel".

Auch die anderen natürlichen Moll Tonleitern besitzen die gleichen Töne wie eine entsprechende Dur Tonleiter. 

 

Daher bezeichnet man die natürlichen Moll Tonarten als "Paralleltonarten zu Dur" oder "Moll Parallele" (Erklärung dazu bei den Modi ).

Der Quintenzirkel für Moll beginnt mit a-Moll.

 Varianttonart  

Eine Dur und natürliche Moll Tonleiter mit dem gleichen Grundton bezeichnet man als Varianttonarten (z.B C-Dur und c-Moll).

 

Moll Quintenzirkel

Quintenzirkel Moll

Ab 'a' durchlaufen alle 12 Quinten nacheinander 7 Oktaven (in den Tonbeispielen aber ist jede zweite Quinte um eine Oktave erniedrigt)

Quartenzirkel
Quintenzirkel

Im Bild wird der Quintenzirkel mit den Versetzungszeichen nur für Natürlich Moll angegeben. 

Die Versetzungszeichen von Harmonisch und Melodisch Moll folgen im Quintenzirkel einem jeweils anderen Schema.

Erläuterung zum Quintenzirkel

Quintenzirkel Moll Stand.jpg
Quintenzirkel Dur-Moll.jpg

Übliche Darstellung des Quintenzirkels von Moll als Kreis

Die Paralleltonarten von Dur und Moll im Quintenzirkel

 

Bluestonleiter

Die Intervalle
Intervalle der Bluestonleiter

Blue Note

Blue Note

Blue Note

Bluestonleiter in 12 Tonarten

Die gelbe Linie ist die Halboktave.

 

Pentatonik

Pentatonische Reihen
Pentatonik Intervall_neu.jpg
Die Intervalle

Dur

Moll

 Dur / Moll Pentatonik 

Wenn jeder Ton der C-Dur Pentatonik zum Grundton einer eigenen Tonleiter wird, ergibt sich daraus beim vierten Mal die Tonleiter der Moll Pentatonik (siehe Bild). Die Tonleitern folgen nacheinander in sog. "Stufen", hier nennt man sie "Pentatonische Reihen" (mehr dazu bei den Modi ).

Die Intervallstrukturen sind immer unterschiedlich und die Tonleitern klingen anders.  'C' entspricht der Dur-Tonalität und 'A' der Moll-Tonalität.


Mit diesen beiden Intervallstrukturen werden für unsere 12 Töne die Dur und Moll Penatoniken gebildet.

Als Paralleltonarten (s. o.) haben sie jeweils gleiche Töne.

Die anderen drei pentatonischen Reihen fanden in der westlichen Musik keine Verwendung.


Die Moll Pentatonik eignet sich auch für die Bluesimprovisation, da ihr die Bluestonleiter bis auf einen zusätzlichen 6. Ton entspricht (Blue Note 'b5', siehe oben).

Pentatonische Tonleitern Dur

Die gelbe Linie ist die Halboktave.

Pentatonische Tonleitern Moll

Die 12 Dur Pentatoniken

Die 12 Moll Pentatoniken

mehr wissen

> Dur-Moll-Tonalität

> Bluestonleiter

> Pentatonik

Moll